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Die Lehre

Die Lehre

Der Lehrbetrieb in Vorstovska folgtist keinemeinzigartig gewöhnlichen Stundenplan, sondern dem starren, oft undurchsichtigen Rhythmusin der Liturgie.bekannten DieWelt. AbteiStudenten istaus keinallen Ort,Völkern an demMenschen, Zwerge, Elfen und Exoten – strömen hierher, angezogen vom Ruf der Bibliothek, die Wissen freibirgt, fließt;das anderswo längst verbrannt worden wäre. Doch Wissen wird hier nicht verschenkt; es ist ein Ort, an dem Wissen gewährt wird gewährt, tröpfchenweise, wie Medizineine fürgefährliche einen Kranken, der an der Wahrheit zu sterben droht.Medizin.

DasDie auffälligste Merkmal des akademischen Alltags ist die allgegenwärtige Präsenz der „Roten Kutten“. Obwohl sich der Großteil des ursprünglichen Konvents von der Welt abgewandt hat, entsenden sie täglich Abgesandte in die Hörsäle. Diese Mönche, oft uralt und gebeugt, sitzen regungslosAtmosphäre in den hinterstenHörsälen Reihenist odermeist stehenfrei wievon steinernedirekter WächterEinmischung indurch den Nischen der Bibliotheken. Sie sprechen nicht. Sie lehren nicht. Sie bezeugen. Ihre bloße Anwesenheit ist ein Instrument der Kontrolle. Ein Professor des Cognitatoriums, der über fortgeschrittene Anatomie oder die Dynamik der Sterne doziert, spürt ihren Blick im Nacken. Wenn eine Lehre zu weit von den Dogmen abweicht, ertönt kein Protestschrei, sondern ein leises, metallisches Klicken. Es ist das Geräusch eines silbernen Aspergills (Weihwasserwedel), das gegen einen Ring geschlagen wird. Dieses Geräusch beendet die Vorlesung sofort. Der Dozent muss schweigen, die Studenten müssen den Saal verlassen. Widerstand bedeutet Exmatrikulation – oder Schlimmeres.

Verwaltung und Theologie sind in Vorstovska untrennbar verwoben. Es gibt kein Sekretariat, sondern nur das Skriptorium der Läuterung. Ein Student, der Zugang zu den fortgeschrittenen Bereichen der Bibliothek (dem sogenannten Tiefen Archiv) beantragen will, füllt kein Formular aus. Er muss eine Petitio einreichen – einen theologischen Aufsatz, in dem er begründet, warum sein Geist stark genug ist, dem dort gelagerten Wissen zu widerstehen, ohne dem Wahnsinn oder der Sünde zu verfallen. Diese Anträge werden nicht nach akademischer Dringlichkeit bearbeitet, sondern nach dem spirituellen Kalender. In der Fastenzeit ruht die Forschung fast vollständig. Ein einfacher Antrag auf neue Alchemie-Zutaten kann Wochen dauern, wenn die Mönche entscheiden, dass die Sterne für chemische Reaktionen ungünstig stehen oder dass die „Demut der Studenten“ durch Mangel geprüft werden muss.

Bücher werden in der Abtei nicht als bloße Gegenstände behandelt, sondern als potenzielle Gefäße für Dämonen oder falsche Götter. Bevor ein neues Semester beginnt, findet der Ritus der Bindung statt.Klerikus. Die Lehrbücher der Erstsemester werden von den Mönchen mit einer Mischung aus Asche und dickflüssigem Öl bestrichen. Die Studenten müssen diese Bücher mit bloßen Händen reinigen, bevor sie sie öffnen dürfen. Es ist eine schmerzhafte, dreckige Arbeit, die symbolisieren soll, dass Erkenntnis nur durch Leiden erlangt werden kann. Zudem sind viele Bücher der Bibliothek zensiert. Doch nicht durch schwarze Balken. Die Mönche nähen die Seiten, die als „zu gefährlich“ gelten, mit rotem Garn zusammen. Ein Student, der den Faden durchtrennt, begeht einen Frevel. Das Wissen ist da, greifbar, aber durch einen einzigen Faden versiegelt – eine ständige, grausame Versuchung.

Am Ende eines Jahres stehen keine schriftlichen Tests im Mittelpunkt, sondern das Silentium Rigorosum. Studenten werden einzeln in die unteren Kapellen geführt, wo drei Mönche des Praedikatoriums warten.haben wenig Interesse daran, den Alltag der Studenten zu verwalten. Sie leben in ihrer eigenen Welt der Riten und Mythen. Doch ihre Zurückhaltung macht die seltenen Momente ihrer Intervention umso bedeutungsschwerer. Ein Student kann wochenlang studieren, ohne eine rote Robe zu sehen. Doch wenn er zu laut über Ketzerei diskutiert oder in Bereiche vordringt, die nicht für ihn bestimmt sind, tauchen sie auf. Sie sind lautlos, starr, beobachtend. Sie sprechen selten Strafen aus; ihre Anwesenheit allein, das stumme Starren aus der Dunkelheit einer Nische, reicht meist aus, um den Mutigen zum Schweigen zu bringen.

Es gibt auch Orte in der Abtei, die selbst die mutigsten Studenten meiden. Man erzählt sich Geschichten über die Katakomben tief unter dem Klosterfundament. Es heißt, das alte Gewölbe sei einsturzgefährdet und nicht mehr kartographiert – ein Labyrinth aus vergessenen Gängen. Die Möncheoffiziellen stellenWarnungen keinesprechen Fragen.von Siebaulicher starrenInstabilität, doch unter den PrüflingErstsemestern nurmachen an.Erzählungen Derdie StudentRunde: mussMan seinerzählt Wissenvon vortragen,der freialten Sage des Mönchs Valerius, der vor tausenden Jahren eine solch vollkommene Disziplin erreicht haben soll, dass er nicht mehr alterte. Als er schließlich doch an einer Seuche starb und ohne Unterbrechung, oft stundenlang, in die absoluteKatakomben Stillegebracht hinein.wurde, Erfanden weißdie nicht,Brüder obseinen Sarg drei Tage später erbrochen vor. Valerius saß auf dem kalten Stein, die Augen weit aufgerissen, ohne Atem. Seine Seele wog so schwer und war so fest ersteinert, dass der Tod sie nicht forttagen konnte. Bis heute wandert er besteht oder durchfällt, bisdurch die Glockedunkelen läutet.Hallen. ZeigtDer erskeptische Unsicherheit,Leser brichtwird seineschon Stimme,wissen oderwas widersprichthier ervorgefallen ist: Eine alte Waschweibersage, unter den Dogmen,Mönchen blasenreligiöses Dogma, hat erneut die MöncheRunde ihregemacht Kerzen aus. Dunkelheit bedeutet Durchgefallen.

So ist das Studium in Vorstovska ein ständiger Kampf gegen die, die es ermöglichen. Die Studenten lernen nicht nur Physik und Philosophie, sondern auch die Kunst, zwischenum den Zeilenneuankömmlingen zueinen lesen,Schrecken leise zu flüstern und die Schatten zu fürchten, die in den roten Roben lauern.einzujagen.